Hamburg, Germany
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Chery: Wann hast du zum ersten Mal zur Kamera gegriffen und wie kamst du zur Fotografie? 

Jessica: An das allererste Mal kann ich mich gar nicht mehr erinnern aber es war eine silberne Lumix Digitalkamera mit der ich alles geknipst hab, was mir vor die Nase kam. Ich war damals 13 und schon begeistert von der Fotografie. Momente für immer festzuhalten und diese Einzigartigkeit an jedem Foto haben mich fasziniert. Die Kamera und ich waren eins. Mit Weheartit, Flickr und Tumblr hat das ganze dann so richtig angefangen.
Dort habe ich Bilder gesehen, die ich unbedingt auch so hinbekommen wollte. Ich kaufte mir eine Spiegelreflexkamera und fand großes Gefallen meine eigenen Fotos zu kreieren. Daraus hat sich dann mein eigener Stil entwickelt und meine Leidenschaft ist geblieben. Dann habe ich meine Freunde in mein Studio eingeladen und Portraits geschossen, bis ich jeden Freund und Bekannten mehrmals abgelichtet hatte. Ich startete Fotoprojekte, die ich ausstellte, gewann bei Wettbewerben, gab Fotokurse und kaufte mir von dem Geld neue Kamerautensilien. Heute bekomme ich viele Aufträge und spreche auch oft Leute auf der Straße an um sie portraitieren zu dürfen, weil sie mir so positiv auffallen. Ich bin immer auf der Suche nach schönen Gesichtern.

Chery: Woraus beziehst du deine Inspiration oder schöpfst neue Fantasie?
Jessica: Meine Inspiration ziehe ich aus der Jugend und dem Verliebtsein, der Idee eines freien, unabhängigen Lebens. Aber auch aus Modezeitschriften und dem Internet. Aber am Meisten aus dem Moment und der Stimmung, die ich auf dem Foto festhalten will. Ich bitte meinen Models immer und immer wieder, dass sie ihre Gefühle, die sie zu dem Zeitpunkt empfinden in ihrem Gesicht zum Ausdruck bringen sollen, damit das Foto an Ausdruck gewinnt. Am Liebsten fotografiere ich bei Sonnenuntergang. Aber auch Tumblr und Instagram sind meine Inspirationen. Wenn ich auf Reisen bin, entstehen meist die besten Fotos, da es Schnappschüsse sind. Die sind am authentischsten.

Chery: Nach welchen Kriterien wählst du deine Motive aus, was sollten diese mitbringen?
Jessica: Sie müssen mir direkt ins Auge fallen und in mir etwas auslösen. Ein Gefühl oder einfach Sehnsucht.

Chery: Wie dürfen wir uns die typische Ausrüstung bei deinen Shootings vorstellen, deinen Workflow?
Jessica: Meine Kamera. Beide Objektive und einen Reflektor. Mit dem Model, das meist eine Freundin von mir ist, fahren wir zu verschiedenen Orten oder spazieren einfach durch die Stadt.

Chery: Gibt es einen bestimmten Model- / Location- / Equipment- Traum, mit dem du schon immer mal arbeiten wolltest?
Jessica: Ich habe eine Liste mit Shooting-orten, die ich versuche ‚abzuarbeiten‘. Aber es gibt natürlich diesen großen Traum von mir, um die Welt zu reisen und für große Kampagnen wie Diesel oder Nike Shootings zu machen.

Chery: Inwiefern beeinflusst deine Tätigkeit dein Leben insgesamt, betrachtest du Situationen und Menschen anders als zuvor?
Jessica: Seitdem ich Fotos mache, gehe ich mit einem ganz anderen Blick durch die Welt, auf Geburtstage, Partys oder in Städte. Meine Augen scannen die Umgebung dauernd nach möglichen Motiven ab. Das mag ein Fluch und ein Segen sein. Ich ärgere mich meistens viel zu oft darüber, wenn ich meine Kamera mal nicht dabei habe. Dann sehe ich nämlich die meisten Motive. Ich bin der Überzeugung, dass man mit Bildern am besten kommunizieren, Botschaften vermitteln und in den Menschen Gefühle und Sehnsüchte erwecken kann. Denn Bilder sagen mehr als Tausend Worte. Fotografie gelingt, wenn man stets versucht, das Besondere zu sehen und dies festzuhalten.

Chery: Wo würdest du dich gern in der Zukunft sehen?
Jessica: Glücklich mit Kamera in der Hand und einem treuen Hund an meiner Seite, der mit mir um die Welt reist.

 

Freue mich auf gemeinsame Zusammenarbeit!

Jessica Epstein

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